10.08.2010: 2 Tage – 1 Nacht – 520 Kilometer - 16 WPs um die Wartburg
Erst mal ein Dankeschön an Remo Behn für die Unterstützung bei der Weiterentwicklung der neuen Bremse im Vorfeld der Rallye. Am Freitag machten wir uns auf den Weg Richtung Eisenach zur 51. ADAC Rallye Wartburg, dem 3. Lauf zur Deutschen Rallye Serie. Das Rallye-Zentrum befand sich direkt auf dem Parkplatz vor dem Opel-Werk in Eisenach. Nach der Bordbuchausgabe am Mittag machten wir uns direkt auf den Weg zum Besichtigen der 8 unterschiedlichen WPs, da bis zur technischen Abnahme um 15 Uhr nicht viel Zeit blieb.
Um 19:30 Uhr starteten wir beim Shakedown (Test-Wertungsprüfung) im Industriegebiet von Eisenach um noch diverse Einstellungen an Bremse und Fahrwerk zu testen. Leider war die Streckenführung des Shakedowns nicht besonders anspruchsvoll für derartige Tests.
Nach dem Besichtigen der restlichen Wertungsprüfungen am Samstag-Vormittag freuten wir uns schon auf die ersten acht anspruchsvollen WPs der ersten Etappe. Leider war Jasmin’s Stimme durch eine längere Erkältung bereits angeschlagen.
Um 16 Uhr starteten wir vom historischen Marktplatz in Eisenach in die Rallye. Im Starterfeld befanden sich rund 50% Lokalmatadoren, denen die selektiven WPs durch die Wälder natürlich bereits bestens bekannt waren. Von einem die Teststrecke, vom anderen der tägliche Weg zur Arbeit.
Mit WP1 über 10 Kilometer ging es gleich richtig zur Sache. Trotz der Teilnahme am Shakedown war noch kein 100%iges Vertrauen in die neue Bremse vorhanden. In den nachfolgenden drei WPs der ersten Sektion konnten wir uns weiter steigern und die Bremse besser kennen lernen.
Im ersten Service nach WP4 montierten wir dann den Lampenbaum für den zweiten Durchgang der ersten vier WPs bei Nacht.
Dank des guten Aufschriebs und der punktgenauen Ansagen von Jasmin konnten wir auch nachts, unterstützt durch den guten Grip unserer Kumho-Reifen, ordentlich durch den Thüringer Wald schüren.
Nachdem wir unseren BMW im Parc-Fermé auf dem Opel-Werksgelände abstellten befanden wir uns nach WP8 auf Platz 34 von 68 gestarteten Teams im Gesamt.
Um 08:59 Uhr starteten wir dann in den zweiten Tag der Rallye Wartburg mit erneut acht Wertungsprüfungen. Auf WP9 trafen wir in einer L1-Kehre mit dem Heck im Drift einen am Kurvenausgang stehenden Strohballen, den wir nicht im Aufschrieb hatten. Dabei rissen wir uns dann gleich die hintere Stoßstange ab.
Auch nicht schlecht, mit etwas weniger Gewicht unterwegs zu sein - der BMW ist sowieso schwer genug. Auf der Verbindungsetappe zur WP10 begann es dann bereits leicht zu regnen. Da mussten wir dann gleich unseren Scheibenwischer an machen – naja und dann ging er nicht mehr aus. Zudem schaltete sich einfach noch das Spritzwasser dazu, sodass wir vor dem WP-Start die Spritzwasser-Düsen auf der Motorhaube mit Tape abkleben mussten. Zwischenzeitlich hörte es wieder auf zu regnen.
Die nachfolgenden drei WPs sind wir dann bei strahlendem Sonnenschein mit Scheibenwischer gefahren. Die Sicherung des Scheibenwischers wollten wir unterwegs nicht ziehen, um einen weiteren Defekt an einem Relais o. ä. zu vermeiden.
Leider hatten wir jetzt zunehmend mit schmierenden Reifen zu kämpfen, da die Mischung des Kumho Semi-Slick für die Asphalttemperaturen zu weich war.
Die sehr welligen Passagen auf WP11 konnte das Fahrwerk trotz maximaler Soft-Einstellung leider nicht kompensieren. Durch das ständige Springen der Hinterachse konnten wir den BMW nur mit aller Mühe auf der Straße halten. Mitte der WP kostete dann eine kurze Feindberührung der Beifahrerseite mit der Leitplanke wertvolle Zeit.
Im nachfolgenden Service konnte Papa das Problem mit dem Scheibenwischer und Spritzwasser beheben.
Mit WP13-16 ging es in die letzte Sektion der Rallye. WP 13-15 absolvierten wir problemlos. Auf der letzten WP, einem Rundkurs mit drei Runden durch ein Industriegebiet, rissen wir uns die hintere Halterung des Auspuffes ab. Somit hatte der Schweißdraht als Notsicherung um den Auspuff auch mal seine Aufgabe zu erfüllen, den Auspuff bis ins Ziel noch halbwegs hochzuhalten.
Nach 16 anspruchsvollen Wertungsprüfungen konnten wir uns am zweiten Tag noch auf Platz 26 im Gesamt verbessern.
In der Klasse N3 befanden wir uns auf Platz 5 mit 17 Sekunden Rückstand auf Platz 4. Vor uns nur Lokalmatadoren mit Erfahrungen aus den letzten Jahren der Rallye Wartburg. Somit ein zufriedenstellendes Ergebnis.
Papa und Nico gönnten sich dann bis zur Siegerehrung noch einen kurzen Ausflug auf die Wartburg. Vielen Dank für Eure Hilfe bei der Rallye!
Am 28. August steht als nächster Lauf zur DRS die AvD Niederbayern Rallye rund um Außernzell auf dem Programm.
06.07.2010: Kurzer Auftritt bei der Grabfeldrallye
Am vergangenen Wochenende reisten wir zur beliebtesten 200er Rallye nach Grabfeld. Ziel war es, die neue Bremse auf der Vorder- und Hinterachse zu testen. Bei hochsommerlichen Temperaturen über 35 C° starteten wir in die Rallye. "Nur" 35 anspruchsvolle WP-Kilometer verteilt auf 7 Wertungsprüfungen lagen vor uns.
Auf WP1 sind wir fast vier Mal abgeflogen und haben uns nur noch mit einem Notgriff zur Handbremse auf der Strecke gehalten. Die Bremswirkung war auf Vorder- und Hinterachse einfach zu hoch, sodass das Auto je nach Einstellung des Regelventils entweder auf der Vorderachse oder auf der Hinterachse bei jedem nur leichten Bremsvorgang ausgebrochen ist.
WP2 nutzten wir dann um eventuell noch eine Zwischeneinstellung zu finden, mit der das Auto fahrbar wäre. Leider vergebens, sodass wir fast alle Kurven mit der Handbremse zur Freude der Zuschauer fahren mussten. Um keinen Abflug auf den folgenden WPs zu riskieren, stellten wir unser Auto ab und meldeten uns pünktlich zum Public-Viewing des WM-Spiels gegen Argentinien im Festzelt der Grabfeldrallye an. Hat sich auch gelohnt! :)
Bis zum nächsten Lauf der DRS am 31.07./01.08. zur Wartburg Rallye werden wir die Bremse weiterentwickeln.
Am Donnerstagfrüh machten wir uns auf den Weg nach Pößneck zur 49. S-DMV Thüringen Rallye. Das „S-„ steht für SPARKASSE – muss gleich mal erwähnt werden, dass Jasmin’s Arbeitgeber Hauptsponsor war. :) Mittags holten wir uns dann das Bordbuch und machten uns auf zum Besichtigen der Wertungsprüfungen. Nach einem kurzen Besuch beim Shakedown suchten wir unsere gemietete Ferienwohnung Richtung Triptis auf. Bis Freitagmittag hatten wir dann die letzten Prüfungen besichtigt, um pünktlich zum Länderspiel wieder in Pößneck zu sein. Um 20:04 Uhr starteten wir dann in die Rallye.
Die erste Wertungsprüfung über 17 Kilometer mit Schotteranteil konnten wir noch ohne Zusatzscheinwerfer fahren. Nach einigen „Tieflandungen“ auf unserem neuen Unterbodenschutz haben wir zur Sicherheit etwas Tempo raus genommen und sind aufgrund der gestiegenen Wassertemperatur mit niedrigeren Drehzahlen gefahren. Das brachte uns aber dann auch etwas aus dem Rhythmus, sodass wir uns in einer L2 Kehre in einer Ortschaft gleich einen Dreher leisteten.
Rallyeass Dobberkau drehte sich aber genau an der selben Stelle – ein kleiner Wermutstropfen. :)
Eine abgebrochene Halterung des Elektrolüfters durch die harten Schläge auf WP1 reparierte Papa im anschließenden Service.
Nach dem Höhenfeuerwerk und langem Warten vor WP2 starteten wir in einer Gruppe mit 4 Autos in den Nacht-Stadtrundkurs über 5 Runden durch Pößneck. Leider dennoch eine Stunde vor meinem Geburtstag. Anschließend stellten wir unseren BMW im Parc Fermé ab und feierten noch kurz meinen 22. Geburtstag.
Samstagfrüh ging es um 08:50 Uhr weiter mit den restlichen 8, teils sehr schnellen Wertungsprüfungen. WP3 konnten wir mit einer ganz guten Fahrzeit absolvieren. Mit Wertungsprüfung 4 stand ein 23 Kilometer langer Rundkurs auf dem Programm.
Dabei konnten wir an unserer guten Performance von WP3 anschließen und erneut eine gute WP-Zeit in den Asphalt brennen, da wir das neue Fahrwerk und die Reifen immer besser kennen lernten. Danke an Wolfgang Irlacher und das Team Müller für das faire Überholmanöver in der zweiten Runde.
Nach dem Service fuhren wir mit Zuversicht zur WP5, die gute Performance weiter auszubauen.
Leider wollte das Differenzial gerade am Geburtstag nicht so ganz seinen Dienst erfüllen und verabschiedete sich bei ca. 70% der Wertungsprüfung. Dann war der Aufwärtstrend und die Rallye für uns leider beendet.
Leider konnten unsere extra angereisten Fans Thomas Lang und Nico uns nur auf dem Rundkurs WP4 sehen. Nach der heutigen Inspektion des Differenzials stellten wir fest, dass die Sperre zerbröselt ist. Zum Glück hat das Kegel- und Tellerrad keinen Schaden davon getragen.
Weiter geht es in der DRS mit der ADAC Wartburg Rallye Ende Juli/Anfang August. Sofern wir das Differenzial rechtzeitig fertig bekommen, werden wir an der Grabfeldrallye teilnehmen.
13.06.2010: Saisonauftakt bei der Sachsen Rallye mit Monaco-Feeling
Nach einer langen Winterpause ging es mit der AvD Sachsen Rallye rund um
Zwickau endlich los. Unsere Winterpause war deshalb so lang, da ich dieses Jahr
meine Abiturprüfungen vor mir hatte und dafür der Motorsport einen Rang zurück
treten musste. Nach vier langen und harten Jahren am Abendgymnasium gönne ich
mir zusammen mit Jasmin dieses Jahr eine Saison in der Deutschen Rallye Serie
(DRS). Die DRS ist nach der Deutschen Rallye Meisterschaft (DRM) die 2.
Bundesliga im deutschen Rallyesport. Sieben anspruchsvolle
Rallye-Veranstaltungen mit je ca. 140 WP-Kilometer stellen den Terminkalender
der DRS 2010 dar. Nach Zwickau zur AvD Sachsen Rallye reisten 70 Rallye-Teams
zum 3. Lauf der Deutschen Rallye Meisterschaft und zum Saisonauftakt der
Deutschen Rallye Serie. Darunter natürlich auch die deutsche Rallye Elite rund
um Kahle, Wallenwein, Gaßner, Dobberkau und Co.
Donnerstagabend gingen wir zur Dokumentenabnahme. Freitagmorgen ging es
gleich zum Besichtigen der 7 unterschiedlichen Wertungsprüfungen. Freitagabend
starteten wir um 18:00 Uhr in die Rallye. Ständig wechselnde
Witterungsverhältnisse machten uns die Reifenwahl zwischen Semi-Slick und
Regenreifen nicht leicht. Wir entschieden uns für die sichere Variante und
starteten in die erste Sektion über drei WPs mit Regenreifen. Am Start der WP1
stellte sich dies allerdings als Fehlentscheidung heraus, da wir durchaus mit
Semi-Slicks hätten fahren können. Nach sieben Monaten Pause starteten wir erst
mal locker in die Rallye. Leider wurde WP1 aufgrund eines Unfalls bei dem ein
Strommast umstürzte und die WP blockierte abgebrochen. Sodass wir nur ca. 60%
der Prüfung fahren konnten.
Die Wertungsprüfung 3 ‚Glück-auf-Brücke‘ als Stadtrundkurs durch Zwickau
ist bekannt als Zuschauermagnet. Mit zahlreiche Überholmanövern,
Tunneldurchfahrten und einer Live-Übertragung über zwei Großleinwände wurde den
Zuschauern einiges geboten. Nachdem wir Monaco-Feeling im Tunnel und die
zahlreichen Zuschauer genießen durften, wechselten wir im anschließenden Service
auf Kumho Semi-Slicks und montierten den Lampenbaum für den zweiten Durchgang
der drei WPs bei Dunkelheit.
WP 4 mussten wir erneut locker angehen, da die Reifen noch nicht angefahren
waren und wir noch keinerlei Erfahrungen mit den Kumho-Reifen hatten, da wir
bisher nur Toyo Semi-Slicks gefahren sind. Zudem waren das unsere ersten
WP-Kilometer bei Nacht.
Im Rundkurs
auf WP 5 und dem zweiten Durchgang der ‚Glück-auf-Brücke‘ konnten wir den Reifen
immer besser kennen lernen. Der neue Reifen brachte uns ein deutlich besseres
Gripniveau als bisher gewohnt, auf das wir uns erst mal einstellen mussten.
Mit einer gewissen Vorfreude auf den Samstag stellten wir unseren BMW
Freitagnacht nach 68 durchwachsenen WP-Kilometern im Parc Fermé
ab. Samstagfrüh starteten wir um 10:30 Uhr bei Sonnenschein in den zweiten
Tag mit zwei Sektionen á 4 Wertungsprüfungen über insgesamt 90 WP Kilometer.
Ziel war es das neue Fahrwerk zusammen mit den neuen Reifen besser kennen zu
lernen. Die erste WP wurde leider erneut neutralisiert. WP8 über 12 Kilometer
mit 1,11 Kilometer Schotter machte dann schon richtig Spaß.
Mit WP9 stand ein Rundkurs mit langem Auslauf über insgesamt 20 Kilometer auf
dem Programm. Eine WP mit zahlreichen Ortsdurchfahrten und schnellen
Waldpassagen ganz nach unserem Geschmack. Nach einer kürzeren Sprintprüfung über
6,77 Kilometer war Sektion 3 abgeschlossen und wir kamen zurück zum Service. Da
wir keinerlei Defekte oder Probleme mit unserem BMW hatten, war der Service für
Papa und Nico äußerst entspannt.
Auf ging‘s zur letzten Sektion der Rallye und zweiten Durchgang der vier
selektiven Prüfungen. Aufgrund unserer geringeren Fahrzeughöhe durch das neue
Fahrwerk hatten wir auf WP11 etwas Bedenken ohne Schäden durch die
Schotterpassagen zu kommen.
Wir fanden aber das richtige Mittelmaß und absolvierten die WP ohne Probleme,
allerdings mit einem etwas rasierten Unterbodenschutz und Auspuff. Anschließend
stand erneut die 20 Kilometer Prüfung auf dem Programm. Dabei sind wir richtig
gut in Fahrt gekommen, sodass wir gegen Ende der Prüfung noch auf einen Lupo
aufgelaufen sind. Das kostete uns einiges an Zeit, da wir in den engeren
Waldpassagen nicht überholen konnten. Erst nach der Zielkurve konnten wir dann
parallel über die Lichtschranke fahren.
Auch die
letzte Sprintprüfung WP 14 absolvierten wir problemlos, sodass wir unseren BMW
mit Platz 34 im Gesamt und Platz 2 in der Gruppe im Parc Fermé abstellen
konnten. Danke an Dad für die Unterstützung und gute Vorbereitung.
Weiter geht es mit dem Europameisterschaftslauf ‚S-DMV Thüringen Rallye‘
rund um Pößneck vom 17.-19. Juni 2010. Den Zuschauern wird mit dem bunt
gemischten deutsch-tschechisches Fahrerfeld sicherlich wieder eine tolle
Rallye-Show geboten. Meinen Geburtstag darf ich dann Freitagnacht wahrscheinlich
auf dem Zuschauerrundkurs in Pößneck beim Hochfeuerwerk feiern.