Vielen Dank an meine bessere Hälfte im und neben dem Auto - Jasmin. Wir haben dieses Jahr über 1.200 WP-Kilometer mit unserem neuen „frontgetriebenen Baby“ auf Bestzeit abgespult. Durch einen guten Aufschrieb und passgenauen Ansagen waren wir immer sicher und schnell unterwegs.
Dickes Dankeschön auch an Nico und Papa, die uns als Schrauber und Teamchef immer unermüdlich unterstützt haben! Zudem musste sich Papa in kürzester Zeit in die komplett neue Technik des Civic einarbeiten, nachdem ich ihm einen Fronttrieb in die Werkstatt gestellt hatte.
Danke auch an Manfred, André und Maik von Schmack Motorsport für die Unterstützung mit dem neuen Auto und die zahlreichen Tipps bei Fragen rund um den Civic.
Danke nochmals an alle Teammitglieder, die bei unserem Großprojekt „WM-Lauf Deutschland Rallye“ mitgewirkt haben. Ohne euch wäre die Teilnahme und der Klassensieg vor WM-Kulisse nicht möglich gewesen.
Danke auch an alle Fotografen und Filmer für die tollen Aufnahmen von uns.
Zu aller Letzt vielen Dank an unsere Sponsoren und Partner für die Unterstützung über die ganze Saison hinweg. Wir freuen uns auf eine weiterhin gute Zusammenarbeit 2012.
Danke an alle von Jasmin und Timo !!!
04.11.2011: Erneut großes Pech beim DRS-Saisonabschluss
Donnerstagabend reisten wir nach Storndorf in der Nähe von Fulda zum letzten Lauf der Deutschen Rallye Serie, dem rallyesprint.eu. Ein Rallyesprint war es nicht, da immerhin 100 WP-Kilometer über neun Wertungsprüfungen zu absolvieren waren. Diese besichtigten wir am Freitagvormittag. Anschließend hatten Jasmin’s Eltern und Nico die Gelegenheit beim Shakedown auf dem „heißen“ Sitz Platz zu nehmen.
Über 85 Teams aus ganz Deutschland reisten zum Rallyefest auf das Firmengelände der Firma Stehr und starteten um 20:00 Uhr in die Rallye. Wie gewohnt fanden sich im Stehr-Motodrom wieder zahlreiche Zuschauer ein, um die Rallye-Fahrzeuge hautnah zu erleben.
WP1 über 19 Kilometer mit drei Runden plus Auslauf über das Stehr-Motodrom, galt es Freitagabend in der Dunkelheit unter die Räder zu nehmen. Es wurde in umgekehrter Reihenfolge gestartet, also Startnummern 1 als letztes Fahrzeug.
Leider sind wir bereits in der ersten Runde auf einen Opel aufgelaufen und in der dritten Runde auf einen BMW, was uns wertvolle Sekunden gekostet hat. Dennoch konnten wir mit einer guten Performance in die Rallye starten und übernachteten auf Platz 2 in der Klasse. Die weiche Mischung K21 der Kumho C03 Rennreifen, zeigt sich als richtige Wahl für die niedrigen Temperaturen.
Samstagfrüh starteten wir zur WP2 „Bastwald extended“ über 9,2 Kilometer außerhalb des Stehr-Firmengeländes. Aufgrund des tiefhängenden Nebels auf der WP, war die Sicht früh am Morgen beschränkt. Trotz sicherer Fahrt verloren wir nur eine Sekunde auf die Klassenbestzeit.
Weiter ging es mit WP3 „Storndorfer Berg“. Ein Rundkurs mit zwei Runden plus Ausfahrt. Leider ist uns in der zweiten Runde das Auto nach einer „Notbremse“ ausgegangen und wir verloren wertvolle 13 Sekunden zur Klassenführung.
WP4 bestand aus der gleichen Streckenführung wie WP1, ebenfalls mit drei Runden plus Ausfahrt. Hier konnten wir unseren Rückstand erneut durch eine gute Zeit um weitere 5 Sekunden verkürzen.
Auf den WPs 5 und 6 außerhalb des Stehr-Motodrom konnten wir durch eine Klassenbestzeit den Rückstand auf Platz 1 noch weiter verkürzen.
Als WP 7 wurde die Strecke des Shakedowns gefahren. Nach erneutem Angriff konnten wir unseren Rückstand auf die Klassenführung auf 10 Sekunden reduzieren.
Für WP8 wurde der Rundkurs in verkürzter Fassung gefahren und ging mit drei Runden über 8,4 Kilometer. Nun kam das Desaster: Zwei Kurven und keine 400 Meter nach dem Start verließ uns erneut der Antrieb unseres Civic’s. Die Ursache war schnell bekannt: Die linke Antriebswelle ist wie zuvor bei der Lausitz-Rallye erneut abgebrochen.
Die Enttäuschung war groß. Der Klassensieg zum Greifen nah und einen komfortablen Vorsprung auf Platz 2 von über 35 Sekunden herausgefahren. Zudem erneut wertvolle Punkte für die DRS-Wertung verloren.
So müssen wir unsere zweite DRS-Saison und erste Saison im Fronttrieb Honda Civic Type-R leider mit drei Ausfällen beenden. Trotz der zahlreich verlorenen Punkte durch die technischen Ausfälle erreichten wir noch Platz 10 von 57 DRS-Teilnehmern.
Dennoch können wir auf eine kontinuierliche Steigerung im Verlauf der Saison zurück blicken. Das Potenzial und die Performance für Top-Platzierungen ist da, wenn uns nicht kurz vor Schluss die Technik einen Strich durch die Rechnung machen würde.
Wir hoffen nun eine verlässliche Lösung für den Antrieb unseres Civic‘s über die Wintermonate zu finden, um 2012 auch für die gute Performance mit guten Ergebnissen im Ziel belohnt zu werden.
07.10.2011: Ausfall beim Schotter-Spektakel in der Lausitz
Nachdem wir unseren Civic für die harten Schotter-Pisten der Lausitz
vorbereitet hatten, machten wir uns auf den Weg nach Boxberg/Oberlausitz. Am
Donnerstagmittag ging es auf zum Besichtigen der ersten drei WPs. Anschließend
zur Abnahme und dann zum Shakedown, um die ersten Meter mit einem Frontantrieb
auf Schotter zu testen. Bereits beim Shakedown war die Sicht aufgrund des
stehenden Staubes in der Luft sehr schlecht. Alle Teilnehmer hatten schon
Bedenken, wenn die Sicht unter Wettbewerbsbedingungen auch so sein wird.
Freitagfrüh ging es dann weiter, die restlichen WPs zu besichtigen. Am Start
standen 73 Teams, davon auch einige aus dem Ausland (Finnland, Holland, Belgien,
Polen, Tschechien, Schweden, Ungarn, etc.) und freuten sich auf eine tolle
Schotter-Rallye mit insgesamt 170 WP-Kilometer.
Im Service-Park war das am meisten verwendete Wort „Staub“. Warum?
Sommerliche Temperaturen, 0% Regenwahrscheinlichkeit und dazu noch kein bisschen
Wind – da kann man nur viel Staub und wenig Sicht erwarten. Ganz untypisch für
die Lausitz Rallye, die normal mit ordentlich Nässe und Schlamm auf den Strecken
ablief.
Um 17:00 Uhr starteten wir von Boxberg aus zur ersten WP „Arena A 1“ über
9,33 Kilometer mit Sprungkuppe und Wasserdurchfahrt. Die ersten Meter auf
Schotter unter Wettbewerbsbedingungen gingen wir kontrolliert an und hatten nur
im Auslauf des Rundkurses mit schlechter Sicht zu kämpfen.
Weiter ging es zur WP2 „Reichwalde A I“ mit einer Länge von 18,54 Kilometer.
Wenn wir schon den Namen „Reichwalde“ hören, schlägt unser Schotter-Herz gleich
höher… :) Einfach ein Traum die Schotter-Pisten der Lausitz.
Die ersten 3 Kilometer nach dem Start gingen noch ganz gut, nur dann waren
die ersten Staubwolken in Sicht. Besserung während der WP war auch nicht zu
erwarten. Die Sichtverhältnisse waren teilweise gleich Null, sodass wir gerade
noch die Motorhaube sehen konnten. Wir entschlossen uns dann Tempo heraus zu
nehmen und keinerlei Risiko einzugehen. Die WP war eher als Orientierungsfahrt
zu bezeichnen.
Zu allem Übel hat sich ca. 4 Kilometer nach dem Start der Kofferraumdeckel
selbständig gemacht. So fuhren wir mit offenem Kofferraumdeckel über die
Schotter-Pisten und hatten dadurch nicht nur von außen, sondern auch von innen
den schönen Lausitzer Staub, direkt vor der Nase.
Nachdem wir die Ziel-Lichtschranke passierten, waren wir froh unseren Civic
nicht mangels Sicht am nächsten Baum oder Erdhügel geparkt zu haben. Nun ging es
zum ersten Service zurück ins Rallye-Zentrum. Bereits vor der Einfahrt zum
Regrouping erfuhren wir, dass die Rallye-Leitung beschlossen hatte die Rallye
wegen der schlechten Sichtverhältnisse abzubrechen. Darüber waren alle
Teilnehmer heil froh, da der zweite Durchgang der ersten beiden WPs bei
Dunkelheit mit Nightface zu fahren gewesen wäre. Die Sicht wäre mit Licht gegen
die Staubwolken erst recht gleich Null gewesen.
Die WP2 „Reichwalde A I“ hat die Rallye-Leitung zum Schluss auch noch
neutralisiert, sodass nur eine von ursprünglich vier geplanten WPs in die
Wertung kam.
Samstagfrüh ging es in aller Frische mit der WP5 „Nochten I“ über 14,99
Kilometer los. Schnelle Schotter-Passagen mit zahlreichen Kuppen warteten auf
uns. Es ging ein leichter Wind, sodass die Sichtverhältnisse akzeptabel waren.
Leider hatten wir sehr oft mit ausfallender Bremswirkung zu kämpfen. Vor jeder
Kurve musste ich öfter mit dem Bremspedal pumpen, bis wieder Bremsdruck im Pedal
war.
Anschließend folgte WP6 „Arena B I“ über 9,41 Kilometer mit einem Rundkurs
und sehr ausgefahrenen Kurven. Das Problem der Bremse wurde nicht besser.
Die letzte WP7 vor dem Service „Mulkwitz I“ mit einer Distanz von 8,17
Kilometer zeichnete sich durch enge und kurvenreiche Waldpassagen aus. Aufgrund
der Bremsprobleme hatten wir einige kritische Situationen, da der Bremsdruck
fast an jeder Kurve weg war. Unter den Voraussetzungen kann man natürlich keine
besonders schnellen Zeiten fahren. Dennoch befanden wir uns nach WP7 auf Platz 5
von 18 Teilnehmern in der Klasse und waren noch in Schlagdistanz nach vorne.
Im Service entlüfteten wir die Bremsanlage komplett und hofften auf
Besserung.
Auf ging’s zum zweiten Durchgang der ersten drei WPs. WP8 „Nochten II“ lief
vom Start an, trotz extremer Spurrillen, richtig gut. Der Rhythmus passte und
wir hatten richtig Spaß auch mit einem Fronttriebler quer zu fahren. :) Mitte
der WP kam eine L2-Kurve. Ganz normal herausbeschleunigt auf die nächste Gerade.
Nach ca. 50 Meter war dann der Antrieb weg. Gerade noch bergauf ausgerollt,
stellten wir unseren Civic am linken Straßenrand ab. Die linke Antriebswelle
wollte nicht mehr mit uns und ist auf Getriebeseite abgerissen. Mit Hilfe der
Zuschauer konnten wir unseren Civic noch etwas tiefer in den Wald schieben und
weiter von der „Schusslinie“ entfernen. Danke nochmal an die Helfer!
An gleicher Stelle fiel dann noch Björn Lachmayr mit seinem 318is aus. Kurz
darauf stellte auch noch Rudi Macht seinen Polo mit Getriebeschaden bei uns ab.
Somit haben sich wieder drei Bayer im Lausitzer Wald gefunden. :) Bis die
restlichen Teilnehmer durch waren, flickten wir kurzerhand noch Björn’s linkes
Hinterrad mit abgerissenen Radbolzen wieder an. Björn schleppte unseren Civic
nach dem Schlussfahrzeug bis in den Service zurück. Sein linkes Hinterrad hat
glücklicherweise mit zwei Radschrauben und jeweils nur drei übrig gebliebenen
Gewindegängen gehalten. Danke nochmal für den Abschleppservice!
Richtig gefrustet packten wir unseren Civic auf den Hänger und trauerten den
nicht gefahrenen WP-Kilometer auf Schotter nach… :) Letztendlich erreichten
48 von 73 gestarteten Teams das Ziel.
3-2-1 Schotter, Lausitz wir kommen nächstes Jahr wieder!
Unsere letzte Rallye für dieses Jahr wird das DRS-Saisonfinale
„rallyesprint.eu“ in Storndorf (nähe Fulda) am 28./29. Oktober sein.
03.09.2011: Rallye vorab durch unfaire Startreihenfolge entschieden
Am Montag erst aus Trier von der Deutschland Rallye heim gekommen und das Rallye-Equipment noch schnell vom großen in den kleinen Hänger umgeladen und schon machten wir uns Donnerstagmittag gleich wieder auf den Weg in das schöne Außernzell zum nächsten Meisterschaftslauf der DRS, der diesjährigen AvD Niederbayern Rallye.
Wichtig war es pünktlich beim Shakedown zu sein, nicht weil wir mitfahren wollten, sondern weil unser jüngstes Team-Mitglied am Shakedown teilgenommen hat. Für Nico ist ein großer Traum in Erfüllung gegangen. Als eingefleischter Audi Quattro-Fan durfte er mit seinem Idol Walter Röhrl im Original Audi Quattro S1 mitfahren.
Die Aufregung und Freude war ihm ins Gesicht geschrieben. Nachdem wir Nico mit dem 6-Punkt-Gurt auf den heißen Beifahrersitz geschnallt hatten, startete Walter das Flügelmonster mit über 500 PS und los ging‘s. Nico zu Walter: „Hast an Aufschrieb? Soll ich dir vorlesen?“ Walter zu Nico: „Ach na, auf Sicht fahren is eh viel spannender.“
Nach der Shakedown-Mitfahrt brachte Nico seine tausend Fan-Artikel von Audi- und Walter Röhrl zur Autogrammstunde.
Die Dokumentenabnahme erledigten wir noch am Donnerstagabend. Freitag starteten wir früh morgens mit dem Abfahren der 13 Wertungsprüfungen. Nach dem Besichtigen bauten wir den Serviceplatz auf und fuhren zur Technischen Abnahme.
Vor dem Start am Samstag war es wieder ein Lotteriespiel sich auf die Wettervorhersage zu verlassen oder nicht. Wir starteten auf WP 1 Ranfels – Burgsdorf über 16,29 km in den Tag. Die nachfolgenden zwei WPs waren mit jeweils nur 5 km Länge ungewöhnlich kurz für einen DRS Lauf.
Nach WP4 und der ersten Sektion befanden wir uns auf Platz 3 in der Klasse mit guten Chancen auf Platz 2. Nach dem Service ging es in den zweiten Durchgang der ersten 4 WPs. Kurz vor dem Start auf WP8 begann es dann ordentlich zu regnen. Wir standen mit Semi-Slicks am Start, also gerade nicht optimale Bereifung.
Das Problem war nur, dass andere Teilnehmer unserer Klasse mit niedrigeren Startnummern ganze 40 Autos vor uns starteten. Durch diese unverständliche Startnummernvergabe konnten die Mitstreiter unserer Klasse vor uns natürlich noch unter trockenen Bedingungen starten. Dies kostete uns einiges an Zeit, sodass die Rallye und der Kampf um Positionen bereits Mitte der Rallye erledigt war. Eine derart unfaire Startnummernvergabe, gerade gegenüber DRS-Teilnehmern, haben wir von einem so erfahrenen Veranstalter nicht erwartet.
Auf den nachfolgenden WPs haben wir dann Tempo heraus genommen, um die Rallye noch sicher zu Ende zu fahren.
Dennoch sind wir auf WP 11 nach einer schnellen Passage beim Anbremse vor einer Schikane aufgeschwommen. Wir haben den Civic noch mit der Handbremse gedreht, aber dabei eine mit ca. 160 Liter Wasser gefüllte Regentonne getroffen. Zum Glück haben wir die Regentonne genau vor der Hinterachse getroffen, sodass diese keinen Schaden davon getragen hat. Nach dem letzten Service stand noch die längste WP13 Perling über 18 km an.
Im Ziel fanden wir uns dann auf einem nicht zufriedenstellenden 7. Platz von 16 Startern in der Klasse wieder.
In vier Wochen heißt es dann wieder 3, 2, 1 Schotter zum Start der Lausitz Rallye. Wir freuen uns auf unsere erste Rallye mit 100% Schotteranteil im frontgetriebenen Honda Civic.
Puhh, das war ein anstrengender Rallye August: 4 Wochen 3 Rallyes, davon 1 WM-Lauf 611 WP-Kilometer 2.021 Gesamt-Kilometer
Somit freuen wir uns auf vier Wochen Rallye-Pause, in denen wir unseren Civic für die Schotterpisten der Lausitz vorbereiten können.
25.08.2011: Klassensieg bei ADAC Rallye Deutschland
Bereits am Sonntag vor der Rallye-Woche reisten wir nach Trier zur
diesjährigen ADAC Rallye Deutschland. Die WM-Elite machte beim 9. von 13
Weltmeisterschaftsläufen Station in Deutschland. Alle waren gespannt wie sich
die neuen WRC-Boliden bei der ersten Asphalt-Rallye im Kalender schlagen werden.
Im WRC-Feld über drei Tage starteten 88 Teilnehmer aus 12 Nationen.
Montagnachmittag fanden wir uns um 14:00 Uhr zur Dokumentenabnahme und
Registrierung des Besichtigungsfahrzeuges im Rallye HQ (Park Plaza Hotel) ein.
Mit einem Sack voll Unterlagen und Folien für die Fahrzeugbeklebung machten wir
uns auf den Weg zum Service-Park, um uns vorab schon mal umzusehen.
Dienstagfrüh machten wir uns pünktlich auf den Weg zur Besichtigung der WP
„Drohntal“ und „Moselwein“, da der Zeitplan für die Besichtigung eng gesteckt
war. Mittags ging es kurz zurück in den Service-Park um das FIA Safety
Trackingsystem abzuholen und dann gleich weiter zur Besichtigung der WPs
„Ruwertal-Fell“, „Grafschaft Veldenz“, „Moselland“ und den Shakedown „Sauertal“.
Gegen 20:00 Uhr ging es dann zurück in den Service zum kurzen Snack.
Mittlerweile ist auch Papa und Franz Bauer mit dem Civic und Service-Hänger
eingetroffen. Um 21:30 Uhr ging es dann gleich weiter zur Besichtigung des
Stadtrundkurses „Circus Maximus“ in Trier. Die ganze Innenstadt wurde für die
Besichtigung von der Polizei abgesperrt. Alle Teilnehmer besichtigten den
Rundkurs mit gestellten Elektroautos. Das war auch eine neue Erfahrung mal ohne
Motorengeräusch ein Auto zu lenken.
Mittwochfrüh ging es um 08:00 Uhr los mit der Besichtigung der längsten WP
„Arena Panzerplatte“. Anschließend weiter mit den WPs „Hermeskeil“, „Bosenberg“
und „Birkenfelder Land“.
Nach der Besichtigung schauten wir noch kurz bei der technischen Abnahme
vorbei. Hier wurden alle Fahrzeuge und die Bekleidung geprüft. Zudem auch der
Motor verplombt.
Donnerstag ging es dann auf zum Shakedown mit einer Länge von 6 Kilometer. Da
wir keine Probleme mit dem Civic feststellten, genügten drei Durchgänge um ein
bisschen „warm“ zu werden.
Zwischenzeitlich ist auch der Rest des Teams Hans, Fred, Bernhard und Birgit
eingetroffen.
Ab 20:00 Uhr ging es dann mit Fahreranzug und Civic im Kolonen-Start mit
Polizeibegleitung zum Show-Start in die Innenstadt von Trier. Vor dem
Weltkulturerbe, der Porta Nigra rollten wir vor zahlreichen Zuschauern über die
Startrampe.
Freitagfrüh wurde es ernst. Endlich ging es los zur WP1 „Ruwertal-Fell“.
Keine WP zum warm werden. Mit einer Distanz über 24,64 km ging es
durch die Weinberge gleich richtig zur Sache.
Der ein oder andere wollte die Rallye gleich auf der ersten WP gewinnen,
sodass WP1 schon einige Spuren und Ausfälle zu verzeichnen hatte. Unser Ziel war
es anzukommen und viele Erfahrungen auf WM-Niveau zu sammeln, sodass wir die
Rallye kontrolliert angingen.
Leider funktionierte die hydraulische Handbremse nicht richtig. Folgedessen
mussten wir in fast allen engen Kehren mit dem begrenzten Wendekreis des
Civic rangieren. Mit dem Problem hatten wir auch auf den nachfolgenden WPs
„Grafschaft Veldenz“ mit 22,47 km und „Moselland“ mit 19,92 km zu
kämpfen.
Beim ersten Service tauschten wir dann die Bremsbeläge auf der Hinterachse zu
einer härteren Mischung und schon zeigte die Handbremse wieder volle
Wirkung.
Auf gings in die zweite Sektion und zweiten Durchgang der ersten drei WPs.
Jetzt machten die Kehren in den Weinbergen mit funktionierender Handbremse
wieder richtig Spaß. Auf der Verbindungsetappe nach WP 5 hatten wir vorne rechts
einen Reifenschaden. Wir wechselten dann vorsichtshalber beide Räder auf der
Vorderachse. WP6 „Moselland 2“ lief dann am Ende des ersten Tages
problemlos.
Nach 133,14 gefahrenen WP-Kilometer und dem letzten Service stellten wir
unseren Civic nach der ersten Etappe im Parc-Fermé am Viehmarkt ab.
Samstagfrüh starteten wir in den längsten und härtesten der drei Rallye-Tage.
Insgesamt standen acht WPs über 150,14 Kilometer auf dem Programm.
Los gings mit WP7 „Hermeskeil/Gusenburg“ über 11,37 km Länge. Die WP hatte
den höchsten Schotter-Anteil der Rallye. Weiter ging es nach langer
Verbindungsetappe mit der WP „Bosenberg“ über 14,29 km und „Birkenfelder Land“
über 15,23 km.
Nach einem kurzen Remote-Service machten wir uns auf den Weg zum 118 km²
großen Truppenübungsplatz Baumholder.
Die Freude, aber auch die Spannung vor dem Start unserer bislang längsten WP
war groß. Die Distanz von 34,18 Kilometer und der ständig wechselnde
Fahrbahnbelag mit neuen Grip-Verhältnissen stellte für alle Fahrer eine große
Herausforderung dar. Die Belastung für den Fahrzeug-Antrieb und die Reifen ist
auf dieser WP immens hoch. Die eigenen Kräfte, Reifen und Bremsen mussten wir
gut einteilen und nicht gleich auf den ersten Metern voll attackieren.
Wir sind gleich zu Beginn der WP in einen guten Rhythmus gekommen und hatten
viel Spaß vor der tollen Kulisse zu fahren. Bei ca. der Hälfte der WP ging es
zur berühmten Sprungkuppe „Gina“.
Bei der Anfahrt auf die Sprungkuppe bremsten wir den Civic durch eine große
Senke noch gut ab, aber scheinbar nicht weit genug. Beim Absprung machten wir
einen weiten Satz und sind ziemlich hart auf der Vorderachse gelandet. Gleich
danach hatten wir nur noch eine geringe Motorleistung, aber der Civic lief sonst
noch problemlos. Öldruck, Öltemperatur und Wassertemperatur waren ok, also gings
weiter. Da wir nicht wussten was wirklich los war, sind wir vorsichtshalber die
WP mit hohen Gängen und möglichst geringen Drehzahlen zu Ende gefahren. Völlig
durchschwitzt, aber froh überhaupt im WP-Ziel zu sein, machten wir einige
Sichtproben im Motorraum, konnten aber keine Schäden feststellen.
Nach dem Regrouping auf dem Firmengelände von Bilstein ging es dann zum
ersten Service zurück zum Messepark Trier. Leider konnten wir das Problem des
Leistungsverlustes im 30 Minuten Service nicht finden. Scheinbar ist das
Steuergerät auf ein Notprogramm umgesprungen. Da die Bremsbeläge auf der
Vorderachse überhitzt waren, haben wir diese vorsichtshalber getauscht und die
Bremse entlüftet.
Mit fehlender Motorleistung quälten wir uns dann durch die 3. Sektion und am
frühen Abend nochmals über die Arena Panzerplatte. Auf WP13 „Birkenfelder Land
2“ küssten wir einen Strohballen vorne links. Dieser stand schon halb auf der
Strecke, da schon einige Teilnehmer vorher mit ihm Bekanntschaft machten.
Jeder Meter war natürlich äußerst ärgerlich, da keine vernünftigen WP-Zeiten
mehr zu erreichen waren. Dennoch versuchten wir das Beste daraus zu machen und
mit möglichst hohen Kurvengeschwindigkeiten und viel Schwung aus jeder Kurve
heraus akzeptabel über die WPs zu kommen.
Im Service-Park bemühten sich zwischenzeitlich alle nach möglichen
Lösungsansätzen, das Leistungsproblem zu beheben. Auch im letzten Flexi-Service
über 45 Minuten am Samstagabend konnten wir das Problem leider nicht
beheben.
Die 3. und letzte Etappe begann Sonntagfrüh mit der WP15 „Drohntal“ über
20,85 km. Eine spitzen WP mit allem was das Rallyeherz begehrt nur ein paar PS
fehlten um etwas flotter die Weinberge hinauf zu kommen. Stellenweise war die WP
noch nass gewesen. Doch die Entscheidung, weiter auf Semi-Slicks zu fahren war
bis dato richtig.
Am Start von WP16 „Moselwein“ über 15,12 km kam dann doch der erste
Wolkenbruch herunter und wir mussten mit unseren Semi-Slicks auf die Strecke.
Die zahlreichen Bergabpassagen in den Weinbergen erforderten einiges an
Feingefühl.
Nach dem Service war die Prämisse der letzten Sektion sicher ankommen und
kein Risiko mehr eingehen. Die vorletzten WPs „Drohntal 2“ und „Moselwein 2“
waren zwischenzeitlich abgetrocknet, sodass die Entscheidung weiter auf
Semi-Slick zu bleiben richtig war.
Als letzte WP 19 stand die Super Spezial Stage „Circus Maximus“ auf dem
Programm. Tausende Zuschauer fanden sich rund um die WP durch die Innenstadt in
Trier ein. Zudem wurden nicht einsehbare Streckenabschnitte über Großleinwände
übertragen - ein tolles Spektakel rund um die Porta Nigra.
Wir riskierten durch den komfortablen Vorsprung auf Platz 2 auf den letzten
Metern über teilweise rutschiges Kopfsteinpflaster natürlich nichts mehr und
konnten die einzigartige Atmosphäre genießen.
Nach Durchfahrt der letzten Lichtschranke freuten wir uns über unseren ersten
Klassensieg in der Klasse 8 bis 2000ccm vor Christian Hickethier ebenfalls im
Honda Civic Type-R und das zugleich bei unserem ersten WM-Lauf.
Das Ziel erreichten nur 48 Teams. Die hohe Ausfallqoute zeigt wie
anspruchsvoll die Rallye für die Fahrzeuge und Fahrer war.
Herzlichen Dank an alle Team-Mitglieder, die sich alle für uns aufgeopfert
haben!!! Ohne euch wäre die Teilnahme an dieser Großveranstaltung nicht möglich
gewesenen.
Angefangen bei Teamchef und Mechaniker Edmund Weigert zusammen mit Franz
Bauer, Bernhard Sowa, Nico Weigert, Birgit Rübsam und Manfred Schmack im
Service. Danke an Hans Greifenstein und Fred Ferber die uns mit ihren
Orientierungskünsten als zuverlässiges Begleitfahrzeug durch die Rallye
begleiteten. Danke an Jasmin’s Eltern Bilal und Karin für das exzellente
Catering und die Bereitstellung von ausreichend Magnesium, Calcium, Vitamine und
was man sonst noch alles für 100% Konzentration braucht.
Jasmin hat sich nach ihrer tollen Leistung auf dem heißen
Sitz auch ein größeres Schlückchen verdient.
Ach eins noch zum Schluss – Ursache für den Leistungsverlust: Das rechte
Motorlager war auf der Unterseite gebrochen und hat die VTC-Steuerung für die
variable Nockenwellensteuerung beschädigt. Der Tausch wäre in der Service-Zeit
während der Rallye nicht möglich gewesen. Jetzt rennt der Civic wieder mit
seiner vollen Leistung.
Kommenden Samstag steht der nächste Meisterschaftslauf zur Deutschen Rallye
Serie auf dem Programm. Bei der Niederbayern Rallye wollen wir wieder voll
angreifen und wertvolle Punkte für die Meisterschaft sammeln.
14.08.2011: Rallye-WM: Start bei der ADAC Rallye Deutschland
Kommendes Wochenende geht für uns ein Traum in Erfüllung. Neben der Deutschen Rallye Serie machen wir einen Ausflug in die FIA Rallye Weltmeisterschaft und starten bei der ADAC Rallye Deutschland. Neben den insgesamt 120 Teams aus 12 Nationen wird der siebenfache Weltmeister Sébastien Loeb aus Frankreich das Maß aller Dinge sein. Er konnte bislang jede Ausgabe der Deutschland Rallye gewinnen.
Die Vorbereitungen rund um den Civic und natürlich auch organisatorisch liefen in den letzten Wochen auf Hochtouren. Zusammen mit Schmack Motorsport hat Papa letzte Woche den Antrieb komplett revidiert. Die Übersetzung, Sperre und alle Verschleißteile wurden im Getriebe ersetzt. Zudem bekam unser Civic eine neue Kupplung, neue Antriebswellen und Bremsen auf beiden Achsen. Nach der Team-Besprechung letzten Donnerstag sind alle beteiligen soweit informiert, sodass wir nach Trier durchstarten können.
Papa wird als Teamchef im Service-Park die technische Leitung übernehmen. Unterstützt mit speziellem Honda Know-How wird er von Birgit Rübsam von Schmack Motorsport. Weitere Kontrollarbeiten am Civic wird Bernhard Sowa in den Service-Pausen übernehmen. Mit ihrem Erfahrungsschatz aus zahlreichen Rallyes übernehmen die Team-Organisation Hans Greifenstein und Fred Ferber während der Rallye. Franz Bauer beobachtet die Beschaffenheit der WPs an allen drei Tagen. Jasmin’s Eltern sind für die Team-Betreuung und Catering zuständig.
Der atemberaubende Show-Start steht am Donnerstagabend in Deutschlands ältester Stadt Trier vor dem Weltkulturerbe der Porta Nigra auf dem Programm. Die 19 Wertungsprüfungen über 360 Kilometer auf Bestzeit und 1.286 Gesamtkilometer beginnen am Freitag und gehen bis Sonntag. Die spezielle Charakteristik der Wertungsprüfungen in den engen Weinbergen erfordert höchste Konzentration. Die längste Königsprüfung ‚Arena Panzerplatte‘ auf dem Militärgelände Baumholder über 35 Kilometer wird für uns sicherlich eine ganz besondere Herausforderung. Unsere zehnköpfige Crew von Mechanikern und Team-Betreuern wird uns während des gesamten Einsatzes unterstützen. Mehr als 300 Liter Benzin und ein duzend Rennreifen werden in den drei Tagen verschlissen. „Wir wollen die einzigarte Atmosphäre vor über 220.000 Zuschauern genießen und eine fehlerfreie Rallye fahren“ so die Zielvorgabe von Jasmin.
08.08.2011: Falsch gepokert – trotzdem Podium erreicht
Mit gemischten Gefühlen reisten wir freitagfrüh nach Eisenach zur 52. ADAC Wartburg Rallye, da wir den Grund für unseren Ausfall bei der Thüringen Rallye bis dato noch nicht gefunden hatten.
Nach dem Besichtigen zwischen 12:00 und 18:00 Uhr verzichteten wir auf die Teilnahme beim Shakedown, um uns noch etwas zu schonen. Jasmin war noch angeschlagen und ich war vor der Rallye zwei Tage mit Grippe im Bett. Nicht gerade optimale Voraussetzungen für die Teilnahme an einer Rallye, aber wer uns kennt weiß das wir auf einen Start nicht verzichten können, wenn uns nicht gerade ein Bein fehlt… :)
Der Show-Start Freitagabend ab 21 Uhr auf dem Marktplatz von Eisenach fand bei den zahlreichen Zuschauern regen Zuspruch, da alle Fans ganz ohne Absperrungen nah an die Fahrzeuge und Fahrer ran durften. Doch bei den Teams war die Laune ziemlich down, da das Anstehen für die Präsentation auf der Startrampe sich ewig hingezogen hat. Moderator Alfred Gorny ist halt nun mal ein Rallye-Lexikon auf zwei Beinen, da kann so ein Abend schon mal lang werden.
Samstagfrüh ging es dann nochmals bis Mittag zum Besichtigen der 16 Wertungsprüfungen über 126 WP-Kilometer durch die Wälder.
Um 15:58 starteten wir dann bei trockenem Wetter mit Semi-Slicks in die Rallye.
WP 1 „Krauthausen“ – naja man merkte die Grippe noch – fanden wir auf den ersten Kilometern keinen guten Rhythmus. In einer engen Rechtskurve bergauf über eine Kuppe und Kreuzung haben wir uns etwas zu weit heraus treiben lassen und beim Besichtigen der WP übersehen, dass die Straßen über die Kreuzung leicht versetzt sind, sodass wir noch knapp vor einer Leitplanke zum Stehen kamen. Und schon waren wir hell wach. :)
WP 2 „Schönberg“ und WP 3 „Heldrastein“ hingegen liefen problemlos.
Mit WP4 „Deubachshof“ stand der einzige Rundkurs auf dem Programm. Vor zahlreichen Zuschauern ging es 3 Runden durch ein Industriegebiet mit engen Straßen und hohen Bordsteinkanten. In einer Linkskurve rutschte uns der Civic ein paar Zentimeter zu weit über die Vorderachse und schon trafen wir vorne rechts mit der Felge einen Bordstein. Die Felge ist dabei angebrochen, aber zum Glück ist der Felgensteg nicht ganz herausgebrochen, sodass wir keinen Plattfuß hatten. Doch in der zweiten Runde war dann plötzlich wieder der Antrieb weg und kurzzeitig wieder da und wieder weg. Das gleiche Problem wie bei der Thüringen Rallye. Dieses Mal haben wir uns aber noch durch den Rundkurs gequält und dabei viel Zeit verloren. Kurz nach dem Ziel war der Antrieb wieder wie gewohnt vorhanden. Ein Rätsel…
Beim darauffolgenden Service ging der Reifenpoker los. Wird es Regnen oder nicht… Wir setzen weiterhin auf Semi-Slicks und wechselten nicht auf Regenreifen.
WP 5 „Krauthausen 2“ war dann noch komplett trocken und lief ganz gut.
Nun standen wir am Start von WP 6 „Schönberg“ (10,8 km) und der erste Wolkenbruch kam runter. Na gut, dann mal los, die ersten Meter mit unserem Civic auf Regen und dann noch mit Semi-Slicks. Nachdem wir weder Gripp in den Kurven noch Traktion beim Beschleunigen fanden, sind wir die WP ohne ein Risiko einzugehen zu Ende gefahren. Auf den welligen Passagen war es ein Fahren wie auf rohen Eiern. WP7 „Heldrastein“ zeigte sich von der gleichen Seite wie WP6.
Auf der letzten WP8 „Deubachshof“ war im engen Industriegebiet auf Regen Millimeterarbeit gefragt. In Runde zwei begann es dann stärker zu regnen. Daraufhin sind wir nach einer langen Geraden beim Anbremsen auf eine Rechtskurve aufgeschwommen. Der Bremsweg ging uns aus und hätte mit einem heftigen Einschlag in den Strohballen geendet. Mit ca. 120 km/h haben wir den Civic auf regennasser Fahrbahn mit der Handbremse gedreht und dadurch genug Geschwindigkeit abgebaut und einen Einschlag verhindert. Dennoch kostete dies wertvolle Sekunden.
Nach acht WPs stellten wir unseren Civic mit Platz 4 von 12 Teilnehmern in der Klasse im Parc Fermé ab.
Die 2. Etappe begann Sonntagfrüh für uns um 08:58 Uhr. Es sah stark nach Regen aus, sodass wir im Service noch auf Regenreifen wechselten.
WP9 „Weißendietz“ war aber nur noch leicht feucht, sodass wir mit unseren Regenreifen richtig zu kämpfen hatten. Der Reifen walkte nur noch in den Kurven und rutschte bei jedem Anbremsen unkontrolliert weg. Nun hofften wir auf erneute Regenschauer, um unseren Regenreifen nutzen zu können. Als WP10 „Waldhaus“ über 10 Kilometer stand die, laut Rallye-Magazin, anspruchsvollste Asphalt-Prüfung Deutschlands auf dem Programm. Die WP verläuft fast ausschließlich durch Waldpassagen, dennoch war der Asphalt schon zu trocken für Regenreifen. Wir verloren erneut viel Zeit. Ebenso auf WP11 „Glasbach“ und WP12 „Hohe Sonne“.
Beim nachfolgenden Service wechselten wir dann wieder auf Semi-Slicks, da eher kein Regen mehr zu erwarten war. Das war die einzig richtige Entscheidung am Wochenende, aber leider zu spät. Nach vorne konnten wir nichts mehr aufholen, sodass wir uns mit Platz 3 in der Klasse abfinden mussten. WP 14 „Waldhaus 2“ machte dann mit den richtigen Reifen so viel Spaß, dass gleich noch eine Klassenbestzeit heraus kam.
Nach 16 Wertungsprüfungen belegten wir dann Platz 3 in der Klasse mit 12 Teilnehmern. Wäre das Pokerspiel um die richtige Reifenwahl aufgegangen, die Aussetzer im Antrieb und die Grippe nicht gewesen, dann wäre es sicherlich noch weiter nach vorne gegangen.
Dennoch sind wir zufrieden, dass wir unseren Civic bei schweren Bedingungen auf Regen ohne Knitterfalten nach Hause gebracht haben und somit die Reise zum WM-Lauf nach Trier beginnen kann.
Danke an Alexi unseren Lackierer, der seine erste Rallye erlebten durfte und Papa im Service tatkräftig unterstützte.
05.07.2011: Grabfeld-Testfahrt endete auf dem Podium
Nachdem unsere Testfahrt zur Fehlersuche nach der Thüringen Rallye im normalen Straßenverkehr kein Ergebnis zeigte, mussten wir unseren Civic nochmals unter Wettbewerbsbedingungen testen. Als nächstes Stand Deutschlands größte Rallye 200 an, sodass wir noch spontan unsere Nennung abgaben, obwohl die diesjährige Grabfeldrallye nicht in unserem Kalender verankert war. In der Hoffnung, den Grund für unseren ungeklärten Ausfall bei der Thüringen Rallye zu finden, reisten wir nach Sulzdorf. Traditionell war das Startfeld mit über 170 Teilnehmern wieder randvoll.
Freitagabend erledigten wir noch unsere Abnahme, sodass wir Samstagfrüh um 07:00 Uhr gleich zum Besichtigen der WPs aufbrechen konnten. Sieben WPs, davon sechs verschiedene warteten auf uns. Das Wetter mit sehr dunklen Wolken, aber auch hier und da wieder Sonnenschein wollte nicht so richtig zeigen, wie der Tag werden sollte. Mit unserer hohen Startnummer 113 starteten wir um 13:39 Uhr unter dem Motto „Spaß haben und den Ausfallgrund finden“ in die Rallye.
Auf WP1 „Möbelwerke 1“ leisteten wir uns gleich beim ersten Linksabzweig auf eine Hauptstraße einen Dreher. Reifen kalt, Fahrer noch nicht so wach – dann muss eben der Rückwärtsgang weiterhelfen… :) Hat dann gleich mal stolze 11 Sekunden gekostet.
Die schnelle WP2 „Lindleshof“ über 4,7 km verlief problemlos. Als nächstes Stand die längste WP3 „Bayernturm XL“ über 9,3 km auf dem Programm. Diese machte aufgrund der längeren Distanz wieder richtig Spaß. Leider waren wir vor der letzten Kurve der WP etwas zu spät auf der Bremse, sodass wir einen Schotter-Wirtschaftsweg als Notaus wählten. Leider war der Wirtschaftsweg etwas zu tief und weich, sodass es eine gefühlte Ewigkeit dauerte, bis wir uns da wieder rückwärts rausgewühlt haben. Da haben wir leider wieder gute 12-14 Sekunden verloren. Naja wollten ja eh nur Spaß haben...
Nach dem Regrouping in Sulzdorf ging es zur WP4 zum zweiten Durchgang der WP „Möbelwerke“. Ohne Dreher, dafür mit sauberen Drifts für die zahlreichen Zuschauer durch das Möbelwerk absolvierten wir die WP. Belohnt gleich durch die Klassenbestzeit.
Als nächstes folgten zwei kurze Sprints über jeweils 4,1 Kilometer WP5 „Behrunger Feld“ und WP6 „Rappershausen“.
Abschließend ging es zur WP7 „Sulzdorf Rundkurs“ mit drei Runden und Gruppenstart. Wie gewohnt pilgerten die Zuschauer wieder in Scharen zum Rundkurs.
Persönlich freute es mich sehr, als im Ziel der WP ein alter Bekannter aus Kartsport-Zeiten Rüdiger Kaul mit Sohn Matthias meine Tür öffnete. War schön euch nach über sechs Jahren mal wieder zu sehen. Gerade die Motorsport-Welt ist doch so klein…
Am Ende des Tages fanden wir uns überraschend auf Platz 3 in Klasse 8 mit dem stärksten Teilnehmer-Feld mit 24 Startern wieder. Vor uns Wolfgang Stopfer und Thilo Wagner im Honda Civic EP3. Wenn wir durch unsere beiden Fehler nicht so viel Zeit auf der Strecke gelassen hätten, wäre ein Kampf um den Klassensieg drin gewesen. Trotzdem hat es mächtig Spaß gemacht ein bisschen mehr wie üblich mit der Handbremse zu fahren – auch wenn es ein paar Sekündchen kostete.
Ziel 1 war somit erreicht: „Viel Spaß gehabt“. Ziel 2 war leider nicht erreicht: „Grund für den Ausfall beim letzten DRS-Lauf der Thüringen Rallye zu finden“.
Nun reisen wir am ersten August-Wochenende zur „Wartburg Rallye“, dem nächsten DRS-Lauf rund um Eisenach, und müssen hoffen, dass unser Honda problemlos seinen Dienst erbringt.
09.06.2011: Technisches Pech stoppte Kampf um ersten Klassensieg
Am Feiertag Christi Himmelfahrt machten wir uns auf den Weg nach Thüringen
zur 50. Jubiläumsrallye rund um Pößneck. Nach dem Besichtigen am Donnerstag und
Freitag hatten wir einen guten Aufschrieb für die kommenden 161 WP-Kilometer,
bestehend aus sehr schnellen Landstraßen und engen, welligen Waldpassagen
erstellt. Ein Highlight war bei den Vorausfahrzeugen zu finden. Der schwedische
Ex Rallye-Weltmeister Stig Blomquist startete mit einem Audi Quattro S1 Replika.
Das Fahrzeug wurde bei der Thüringen Rallye erstmals unter
Wettbewerbsbedingungen bewegt.
Nach langem Warten ging es für uns um ca. 23:00 Uhr endlich los. Die
Zeitenjagt begann mit WP1 dem bekannten Stadtrundkurs durch Pößneck vor
zahlreichen Zuschauern begleitet von einem Höhenfeuerwerk. Sieben Fahrzeuge
starteten im Abstand von fünf Sekunden in den Rundkurs über fünf Runden.
Unsere ersten WP-Kilometer mit dem neuen internationalen Kumho CO3 Rennreifen
absolvierten wir fehlerfrei. Am Ende der WP fanden wir uns auf Platz 5 von 9 im
Mittelfeld der Klasse wieder. Kein Grund zur Sorge, da es bei der Thüringen
Rallye erst am Samstag mit 150 WP-Kilometer richtig rund geht.
Hell wach, ja richtig hell wach musste man bereits am Samstag früh um 08:30
Uhr sein. Die erste WP, ein Rundkurs mit langem Auslauf über 25 Kilometer
erforderte gleich höchste Konzentration. Ja wir waren richtig wach und starteten
mit einer zweitbesten Zeit in der Klasse in den langen Tag.
Auf der darauffolgenden Sprintprüfung über 17 Kilometer mit Schotterpassagen
durch den Wald sicherten wir uns gleich unsere erste Klassenbestzeit im neuen
Auto mit acht Sekunden Abstand und übernahmen bereits knapp die Führung in der
Klasse 8 bis 2000ccm.
Nach dem ersten Service ging es in den zweiten Durchgang der ersten beiden
WPs. Nach dem zweiten Durchgang der 25 WP-Kilometer langen Prüfung mussten wir
die Führung wieder an den Honda Kollegen Hackenberg abgeben, da wir aufgrund
eines zu hohen Luftdruckes am Ende der Prüfung in den engen und welligen
Waldpassagen etwas Tempo raus genommen haben. Dennoch blieben wir mit sechs
Sekunden Rückstand in Schlagdistanz zur Klassenspitze.
Auf WP5 bestätigten wir, dass unsere Klassenbestzeit aus dem ersten Durchgang
kein Zufallsprodukt war und setzten erneut eine Klassenbestzeit und verkürzten
den Rückstand auf 2,6 Sekunden.
Das Feeling mit dem neuen Kumho Reifen war genial, sodass wir den Civic
gerade auf den welligen Waldpassagen kontrolliert am Limit bewegen konnten.
Nach dem langen Mittagsservice über 90 Minuten ging die Hitzeschlacht von
Pößneck weiter.
Während der Sprintprüfung WP6 über 10 Kilometer fanden wir irgendwie keinen
sauberen Rhythmus. Das wurde uns in der vorletzten Kurve vor dem Ziel zum
Verhängnis. Beim Besichtigen haben wir im Aufschrieb in einer L2-Kehre (90°)
eine Detailinformation „minus“ und „macht zu“ vergessen zu notieren. Aufgrund
der fehlenden Information haben wir am Scheitelpunkt der Kurve zu stark
beschleunigt und rutschten am Kurvenausgang gegen einen Erdwall. Der Reflex zur
Handbremse konnte nur die Geschwindigkeit reduzieren aber einen Einschlag nicht
verhindern.
Es ging aber weiter. Nur der Frontspoiler vorne rechts war beschädigt. Gleich
im Ziel stellten wir glücklicherweise fest, dass Querlenker und Spurstange
unversehrt blieben. Dennoch hat sich unser Abstand zu Platz 1 auf 10 Sekunden
durch den Ausrutscher vergrößert. Nach hinten hatten wir aber einen komfortablen
Vorsprung von 48 Sekunden auf Platz 3.
Doch die Rallye war noch lange nicht zu Ende. Es warteten noch 55
WP-Kilometer bis zum Ziel auf uns. Unseren demolierten Frontspoiler haben wir
mit reichlich Tape fixiert, sodass wir unseren Angriff fortsetzen konnten.
Nun stand wieder eine längere Prüfung WP7 „Rundkurs Pößneck Nord“ über 22
Kilometer auf dem Programm. Ganz nach unserem Geschmack. Wir haben alles gegeben
und wollten vor dem ersten Service wieder die Führung in der Klasse übernehmen.
Die zwei Runden im Rundkurs verliefen ohne den kleinsten Fehler am Limit des
Civic. Dann sollte es nach zwei Runden in den Auslauf durch wieder enge
Waldpassagen gehen. Doch die nächste Ortdurchfahrt erreichten wir nur rollend.
Die rechte Antriebswelle hatte sich leider von uns verabschiedet und wir hatten
keinen Antrieb mehr.
Die Enttäuschung war natürlich groß. Endlich konnten wir um unseren ersten
Klassensieg kämpfen und gerade jetzt versagt die Technik unseres Honda Civic‘s.
Das spannende Sekundenduell unter den beiden Hondas hätte den so gut begonnen
Rallyetag sicherlich bis ins Ziel richtig spannend werden lassen.
Unser Auto haben wir in der Ortschaft abgestellt und gesellten uns zu den
Zuschauern bis uns Papa am Abend mit dem Hänger abholen konnte.
Glückwunsch an Markus Hackenberg und Rallye-Urgestein Sigi Schrankl, die
ihren Klassensieg dann in Ruhe nach Hause fahren konnten.
Danke an Papa und Jasmin’s Eltern, die uns am Wochenende wieder super betreut
haben.
Für uns ist jetzt erst einmal zwei Monate Rallye-Pause angesagt. Die Zeit
benötigen wir auch um uns und den Civic auf einen richtig heißen August
vorzubereiten.
Am ersten August-Wochenende geht es vom 05.08 - 07.08. mit dem nächsten Lauf
zur Deutschen Rallye Serie, der ADAC Rallye Wartburg rund um Eisenach, weiter.
Service-Park wird hier wieder direkt am bekannten Opel-Werk sein.
Zwei Wochen später beginnt unser großer Traum. Die Teilnahme an der ADAC
Deutschland Rallye rund um Trier. Das Budget ist knapp, aber der
Weltmeisterschaftslauf über 360 WP-Kilometer vom 19.08 - 21.08. soll für uns das
größte Ereignis im Jahr mit tollen Erinnerungen werden.
Eine Woche später steht dann vom 26.08.-27.08. der nächste Lauf zur Deutschen
Rallye Serie, die AvD Niederbayern Rallye rund um Außernzell auf dem
Programm.
17.05.2011: DRS-Saisonauftakt: Taktisch kluge Fahrt zahlte sich aus
Der lang ersehnte Saisonauftakt zur Deutschen Rallye Serie stand endlich
bevor. Donnerstagmittag machten wir uns auf den Weg nach Zwickau. Im Rahmen des
Shakedowns von 18-21 Uhr hatten Kunden unseres Sponsors ‚ascara‘ die Möglichkeit
an Mitfahrten im Rallye-Auto teilzunehmen. Für alle Teilnehmer war der Platz auf
dem „heißen“ Sitz ein echtes Erlebnis und Adrenalin pur.
Zitate wie „Jetzt weiß ich, dass ich nur Autofahren darf und nicht kann. Die
Fahrt mit Timo war der Hammer.“, „Von außen sieht das so spielerisch aus. Jetzt
sieht man mal das hier von Fahrer und Beifahrer harte Arbeit im Auto geleistet
wird.“ oder „Augen zu und durch, der weiß was er tut. Und so war es dann auch.“
waren die Stimmen der Mitfahrer.
Während des Shakedowns hatten wir nach einem kurzen Wolkenbruch auch die
Gelegenheit erste Erfahrungen auf Nässe mit dem Civic zu sammeln. Den gelungenen
Abend haben wir in Form von Benzingesprächen zusammen mit Steaks, Thüringer
Bratwürstchen und einem Bierchen abgeschlossen.
Freitagfrüh machten wir uns dann gleich auf den Weg die sieben verschiedenen
Wertungsprüfungen über insgesamt 147 km zu besichtigen und freuten uns auf die
erste große Rallye mit dem neuen Auto. Leider hatte Jasmin nach dem Besichtigen
mit Übelkeit zu kämpfen. Schuld war ein kurzer Besuch im Restaurant zum goldenen
„M“ und zwei kleine Burger verbunden mit den schwülen Witterungsverhältnissen.
Dennoch biss sich Jasmin durch und wir starteten um 16:50 Uhr in die 1. Etappe
mit drei Wertungsprüfungen. Die hohe Konzentration auf den Wertungsprüfungen hat
die Übelkeit von Jasmin etwas abflachen lassen und sie hat ihren Job trotz der
Umstände wieder einmal super gemeistert.
Nach WP3 dem bekannten Rundkurs auf der „Glück-Auf-Brücke“ mit vier Runden
durch Zwickau fanden wir uns auf Platz 25 im Gesamt wieder. Das Gefühl vor über
10000 begeisterten Zuschauern und zwei großen Videoleinwänden zu fahren war
wieder einzigartig.
Im darauffolgenden Service in der Innenstadt von Zwickau wechselten wir die
Reifenmischung auf der Hinterachse und montierten das Nightface für den zweiten
Durchgang der ersten drei WPs bei Nacht.
Jasmin ging es wieder besser und ich hatte ein besseres Gefühl mit der neuen
Reifenmischung auf der Hinterachse. Und gleich wurden die Zeiten deutlich
besser. Durch die Waldpassagen auf WP5 bei Nacht musste einfach alles passen.
Unsere Stärke bei Nacht war durch die hervorragende 15. Gesamtzeit wieder
deutlich sichtbar. Nach dem zweiten Durchgang der WP 6 „Glück-Auf-Brücke“
konnten wir uns direkt von Platz 25 auf Platz 20 im Gesamt gegenüber der 1.
Etappe verbessern.
Nachdem wir auf Platz 20 im Gesamt übernachteten wollten wir diesen im Laufe
des langen Samstags mit acht WPs über fast 100 WP-Kilometer noch weiter
verbessern. Der Tag begann gleich richtig gut mit einer 18. Gesamtzeit auf WP7
„Fraureuth“.
Mit WP8 „Stangengrün“ wartete eine über 20 Kilometer lange WP auf uns. Trotz
eines Ausrutschers ins Gras, bei dem leider zwei Leitpfosten daran glauben
mussten, sind wir mit einer 15. Gesamtzeit gut über die Prüfung gekommen.
Auf der nachfolgenden WP9 „Kirchberg“ waren wir gleich nach dem Start mit
kalten Reifen etwas zu spät auf der Bremse. Mit der Handbremse versuchten wir
noch die Kurve zu bekommen, dies endete leider in einem Dreher auf sandigem
Untergrund. In der darauffolgenden schnellen Passage haben wir wertvollen
Schwung und Zeit verloren und mussten uns mit einer 17. Gesamtzeit begnügen.
Die letzte WP10 „Vielau“ der ersten Sektion gingen wir aufgrund der
mangelnden Schotter-Erfahrung mit dem Auto eindeutig zu vorsichtig an. Trotz
einer schlechten 25. Gesamtzeit auf WP10 konnten wir uns bereits am Ende der 1.
Sektion des Samstags auf Gesamt Platz 15 verbessern.
Nach dem Service versuchten wir uns auf den letzten vier WPs der 2. Sektion
noch weiter zu verbessern.
Mit einer super 12. Gesamtzeit auf WP 12 „Stangengrün“ über 20 Kilometer
konnten wir uns bereits auf Platz 13 im Gesamt nach vorne schieben, obwohl der
Reifen gegen Ende der Prüfung kein hohes Gripniveau mehr hatte.
Auf der vorletzten WP13 „Kirchberg“ haben wir die Reifen auf der Vorderachse
ab Mitte der Prüfung scheinbar zu stark beansprucht und überfahren. Die Folge
war ein unberechenbarer Grip auf der Vorderachse, da der Reifen nur noch walkte.
Am Ende der Prüfung stellten wir fest, dass der Reifen total überhitzt war und
richtig „kochte“. Trotz des reduzierten Tempos ab Mitte der Prüfung konnten wir
erneut eine 12. Gesamtzeit fahren.
Da der Reifen auf der Verbindungsetappe nicht weiter abkühlte und am Start
der letzten WP14 immer noch sehr heiß war nahmen wir ordentlich Tempo heraus um
keinen Reifenschaden auf dem hohen Schotteranteil der Wertungsprüfung zu
riskieren.
Dies zahlte sich aus, denn wir konnten die Veranstaltung ohne technische
Probleme auf einem hervorragenden 12. Gesamtrang und Platz 4 von 8 Teilnehmern
in der Klasse 8 bis 2000 ccm unter den schnellen Lokalmatadoren mit guten
Streckenkenntnissen beenden.
Vom 03. - 04. Juni geht es mit der 50. DMV Thüringen Rallye rund um Pößneck
weiter. Mit über 160 WP-Kilometer zählt die Veranstaltung zur längsten im
DRS-Kalender. Wir werden versuchen uns noch weiter zu verbessern und noch mehr
Potenzial aus dem Civic heraus zu holen.
25.04.2011: Letzter Test an Ostern erfolgreich abgeschlossen
Bei Kaiserwetter trafen sich 100 Rallye-Teams zur Oster Rallye in Tiefenbach. Um 14 Uhr starteten wir vor der Haustüre unseres Hauptsponsors Drexler Motorsport, mit Firmensitz in Salzweg, in den ersten Durchgang der drei unterschiedlichen Wertungsprüfungen.
Die Rallye mussten wir von vornherein etwas vorsichtiger angehen, da unser Reifen-Material nicht mehr das Beste war.
Jeder Kilometer war anspruchsvoll - enge Wirtschaftswege, Ortsdurchfahrten, schnelle Passagen, unübersichtliche Kuppen – einfach alles dabei auf niederbayerischen Wertungsprüfungen.
Der erste Durchgang begann mit WP1 als Sprintprüfung über 4,1 Kilometer. Daraufhin folgte ein schneller Rundkurs über 8,6 Kilometer mit einer langen Highspeed-Passage. Leider mussten wir unsere Bremspunkte gerade nach schnellen Passagen etwas früher legen, um mit unserem nicht mehr so gut funktionierenden Reifen kein Risiko einzugehen.
Auf WP3 ging es erneut flott zur Sache. Hier merkten wir den mangelnden Grip gerade in den Waldpassagen stark. Nach einer schnellen Kuppe hebelte es uns das Heck des Civic bei ca. 170 km/h aus. Durch einen instinktiven Reflex konnten wir unseren Civic aber wieder einfangen. Die darauf folgende Schikane war etwas enger als gedacht. Daraufhin haben wir unsere Fahrertür durch eine kurze Feindberührung mit der Blechtonne etwas rötlich eingefärbt. Aber es ist ja schließlich Ostern – und die Eier sind auch farbiger als sonst. :)
Dennoch befanden wir uns im Regrouping überraschend auf Platz 4 in der Klasse. Nach einer kurzen Pause ging es in den zweiten Durchgang der ersten drei Wertungsprüfungen.
WP4 wurde nach einem Unfall abgebrochen. Im Rundkurs auf WP5 konnten wir fast die gleiche Zeit wie in der ersten Sektion mit nur zwei Zehntel unterschied fahren. Auf der letzten WP6 verbesserten wir uns noch um 2,3 Sekunden. Im Ziel fanden wir uns auf Platz 4 in der mit 22 Startern voll besetzten Klasse 8 wieder. Gegenüber den starken Lokalmatadoren mit entsprechenden Streckenkenntnissen und wesentlich leichteren Gruppe F-Autos haben wir uns ganz gut geschlagen.
Nach den drei Rallye 200 Test-Veranstaltungen geht es in drei Wochen am 13./14. Mai mit dem Saisonauftakt zur Deutschen Rallye-Serie bei der AvD Sachsen Rallye rund um Zwickau richtig los.
18.04.2011: Knapp am Podium vorbei – aber viel gelernt
Vergangenes Wochenende stand im Rahmen unserer Heimveranstaltung der „20. ADAC Rallye durchs Nürnberger Land“ unser zweiter Test mit unserem neuen Rallye-Auto auf dem Programm. Insgesamt 7 Wertungsprüfungen, davon 6 verschiedene galt es zu absolvieren. Bei trockenem Wetter machen wir uns um 13:00 Uhr auf den Weg zur WP1 Igensdorf.
Hier konnten wir mit einer 13. Gesamtzeit gleich flott in den Tag starten. Zur WP2 „Plech“ ging es Richtung Betzenstein. Eine schöne, flüssige Wertungsprüfung, bei der wir nach einer schnellen Passage etwas zu spät auf der Bremse waren, aber den Civic mit der Handbremse noch gut um die Kurve brachten. Auch wenn es etwas Zeit gekostet hat - eine wichtige Erfahrung mit dem neuen Auto. Auf WP3 „Weigenhofen-Schönberg“ war sehr viel Splitt über die Fahrbahn verteilt. Aufgrund des geringen Reifenprofils auf der Vorderachse mussten wir hier etwas vorsichtiger ans Werke gehen. Dennoch war die 18. Gesamtzeit ganz passabel.
Anschließend stand die alt bekannte WP4 „Lieritzhofen“ auf dem Programm. Mitte der Prüfung haben wir die Schikane leider etwas zu eng genommen und die innere Begrenzung leicht touchiert.
Der Zuschauerrundkurs „Lochhof“ wurde als WP5 mit 2,5 Runden gefahren. In der bekannten „Driftkurve“ auf Schotter sind wir aufgrund des geringen Reifenprofils verhalten gefahren, um einen Ausrutscher oder Dreher zu vermeiden.
Nach Lochhof ging es gleich weiter zum nächsten Rundkurs „Herpersdorf“. Hier wurden auch 2 Runden + Auslauf gefahren.
Die letzte WP7 wurde als verkürzte Version der WP3 „Weigenhofen-Schönberg“ gefahren. Aufgrund des hohen Split-Anteils war hier erneut höchste Konzentration gefragt.
Am Ende des Tages fanden wir uns auf Platz 5 von 11 Startern in der Klasse 8 wieder. Bis Platz 4 fehlten nur 3 Zehntel und zum Podiumsplatz nur 3,2 Sekunden. Mit neuen Reifen wäre Platz 3 locker drin gewesen. Im Gesamt fanden wir uns auf Platz 18 wieder.
Dennoch haben wir wieder wertvolle Erfahrungen und weitere WP-Kilometer sammeln können. Diese wollen wir am kommenden Wochenende bei der ADAC Oster Rallye Tiefenbach weiter ausbauen. Vor der Haustüre unseres Hauptsponsors „Drexler Motorsport“ wird es mit derzeit 24 genannten Teilnehmern in der Klasse 8 heiß zur Sache gehen.
Die Winterpause war lang genug und wir freuten uns auf die erste Rallye der Saison. Zugleich waren wir gespannt, wie sich die ersten Kilometer im neuen Honda Civic Type-R anfühlen. Freitagabend machten wir uns auf den Weg zur 24. ADAC Ostalbrallye nach Abtsgmünd und erledigten noch die Dokumenten- und Technische Abnahme. Insgesamt starteten 130 Teams bei perfektem Frühlingswetter in die Rallye. Unsere Klasse 8 war mit 18 Teilnehmern stark besetzt.
5, 4, 3, 2, 1 und los ging’s auf WP1 in die neue Saison. Und es ging gleich richtig anspruchsvoll zur Sache. Mitte der ersten Wertungsprüfung leisteten wir uns auf losem Untergrund leider einen Dreher, der uns ca. 5 Sekunden Zeit kostete. Auch mit der anderen Wirkungsweise der hydraulischen Handbremse mussten wir noch etwas üben... WP2 war ein anspruchsvoller Rundkurs mit vielen starken Bodenwellen über zwei Runden plus Auslauf. Die folgende WP3 durch enge Waldpassagen mit viel Split auf der Strecke gingen wir verhalten an.
Das Gefühl für das neue Auto wurde immer besser, auch wenn einige Bremspunkte noch zu früh waren und manche Schaltvorgänge nicht optimal passten. Aber wir konnten mit jedem Kilometer neue Erfahrungen sammeln. WP4 war dann wieder mit vielen schnellen Passagen bestückt. Abschließend wurde WP1 nochmals als WP5 gefahren. Im zweiten Durchgang konnten wir dann gleich eine gute 16. Gesamtzeit fahren.
Leider mussten wir alle Wertungsprüfungen mit einer ständig aussetzenden Gegensprechanlage absolvieren, sodass die Ansagen von Jasmin nicht immer verständlich waren.
Am Ende der Rallye fanden wir uns auf Platz 21 im Gesamt und Platz 6 in der Klasse wieder. Streckensprecher und Moderator der Siegerehrung Bernd Menzel meinte „ganz ordentlich – es sollte doch nur eine Testfahrt werden". Es steckt noch einiges an Potenzial im Auto. Wir werden versuchen uns nach und nach zu steigern. Für den ersten Roll Out mit unserem Civic sind wir sehr zufrieden und konnten gleich einen Pokal mit nach Hause nehmen.
Ach ja, Papa hat in der Winterpause seinen gelben BMW E36 318is technisch auch etwas aufgerüstet und startete zusammen mit Junior-Beifahrer René Schubert bei der Ostalbrallye um das Auto zu testen. Nach einem Jahr Pause erreichte er Platz 10 in der Klasse 8.
Nächstes Wochenende geht es gleich bei unserer Heimveranstaltung, der Rallye durchs Nürnberger Land weiter.
In der sechsmonatigen Winterpause fiel relativ bald die Entscheidung auf ein neues Rallye-Fahrzeug umzusteigen. Es sollte ein aktuelles Modell sein und zugleich wettbewerbsfähig in der Klasse 8 bis 2000 ccm Hubraum. Somit haben wir unseren BMW E30 318is mit Heckantrieb durch einen Honda Civic Type-R FN2 ersetzt. Professionell nach der Gruppe N Homologation aufgebaut wurde das Fahrzeug vom Honda-Spezialisten Schmack Motorsport aus Plauen, sodass wir auf eine solide und bewährte Technik setzen können.
Vielen Dank an unseren Freund Alexi, der unseren Civic noch kurzfristig lackieren konnte. Nach dem Bekleben durch die Firma Schilder Danner aus Lauf war das neue Fahrzeug-Design dann endlich fertig und genau so, wie es Jasmin entworfen hat.
Die Saison 2011 beginnt mit drei Rallye 200 Testveranstaltungen im April. Während der Tests müssen wir uns erst einmal an das neue Arbeitsgerät gewöhnen. Der Umstieg vom Heckantrieb auf einen Frontantrieb wird sicher nicht einfach werden. Dennoch sind wir zuversichtlich, dass gerade die 10 Jahre Kartsport und der saubere Fahrstil gut zum neuen Fahrzeug passen.